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Produktionen

  1. Schlag.Fertig
  2. Farbe des Herzens
  3. QI
  4. Der Champagner Spion
  5. Blutiger Sonntag
  6. Unter kaiserlicher Flagge
  7. Der Flamenco Clan
  8. Facing the Dead
  9. Massaker
  10. Through Hell and High Water
  11. Von Werra
  12. Moro No Brasil
  13. Mein Vater, seine Familie und ich
  14. Der weisse Wal
  15. Jenseits von Tibet
  16. The Big Pink
  17. The Final Kick
 
 

MEIN VATER, SEINE FAMILIE UND ICH
Eine Produktion der LICHTBLICK Film

In Koproduktion mit SWR / ARTE

2002

 

TEAM

Buch / Regie:
Produzent:
Redaktion:

Kamera:
Ton:
Schnitt:


Solveig Klaßen
Carl-Ludwig Rettinger
SWR Ulrike Becker
Arte Ulle Schröder
Lutz Reitemeier
Michael Bartylak
Jaqueline Weiss


Länge: 59’

SYNOPSIS
Zweimal Zwillinge im Abstand von nur einem Jahr, das war eine schöne Überraschung für Friedhelm Klaßen und seine Frau Evi. Als "Viermädelhaus" ging das Foto der stolzen Eltern und ihrer vier Töchter durch die deutsche Boulevard-Presse.

Zwanzig Jahre ist das her, die Töchter sind inzwischen erwachsen, leben aber nach wie vor bei den Eltern in Germaringen. Wenn der Vater sonntags im Garten seines Reihenhauses die Ferrari-Flagge hisst, die Mutter mit ihren Töchtern die Kaffee-Tafel deckt, mit Blick auf die Ernst-Mosch-Villa gegenüber und die vom Fön freigewehten allgäuischen Voralpen, dann scheint die Idylle perfekt.
Doch die Stimmung ist angespannt. Vor fünf Jahren wurde der Vater plötzlich arbeitslos, nun müssen alle mitverdienen. Ein amerikanischer Direktvertrieb von Kosmetika versprach, alle Geldsorgen zu beenden, riss die Familie aber endgültig in die Schuldenfalle. Die Töchter hafteten für die Kredite und zahlen bis heute zurück.

Vater Friedhelms Selbstbild als freier Unternehmer differiert erheblich von den Realitäten des Alltags, in dem der Familienunterhalt weitgehend vom Verdienst der Töchter bestritten wird. Brav liefern sie ihre gesamten Einnahmen zu Hause ab. Aber mit 21 Jahren möchten sie nun langsam ihre eignen Wege gehen, doch dann könnte das finanzielle Kartenhaus der Familie zusammenbrechen. Andrea hat sich für eine Aupair-Stelle in den USA beworben. Birgit plant, mit ihrem Freund nach Frankfurt zu ziehen. Noch hält sie die Sorge des Vaters, dass dann ihr Geburtshaus verkauft werden müsste, aber die Risse in der Familie sind unübersehbar.

Als beeindruckende Fallstudie erzählt die Dokumentaristin Solveig Klaßen die Geschichte einer besonderen, aber auch ganz normalen Familie. Von keiner Arbeitslosenstatistik erfasst, von keiner Börsenkurve mitgerissen, lässt sich der materielle Überlebenskampf, die alltägliche Angst vor dem sozialen Abstieg und die damit verbundene Verdrängung und Selbsttäuschung erfahren. Kritisch, aber auch liebevoll, anrührend und nicht selten komisch dokumentiert Solveig Klaßen die Ablösung der patriarchalen Mittelstandsfamilie.

Sie selbst gehört halb zur Familie - als fünfte Tochter des "Viermädelhauses". Genaugenommen ist sie die erste, die älteste, doch ihr Vater ließ sich scheiden und gründete mit Evi seine neue Familie, der die Zwillinge entsprangen. Solveig wuchs bei ihrer Mutter in München auf, spielte in den Sommerferien Babysitterin für ihre vier Halbschwestern, und ging früh ihre eigenen Wege.

Als Filmemacherin kehrt sie zurück. Natürlich reibt sie sich am Vater, der monolitisch, unbeweglich bis zur Ignoranz den Felsen in der Brandung der Weltwirtschaftslage spielt und die Erosionen um sich herum zu verdrängen sucht. Den eigentlichen Zusammenhalt der Familie entdeckt sie bei seiner Ehefrau und ihren vier Töchtern, die allen Widrigkeiten zum Trotz ihre Lebensfreude nicht verloren haben.