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| MEIN
VATER, SEINE FAMILIE UND ICH 2002 |
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| TEAM | |||||||||
Buch / Regie: |
Solveig Klaßen Carl-Ludwig Rettinger SWR Ulrike Becker Arte Ulle Schröder Lutz Reitemeier Michael Bartylak Jaqueline Weiss |
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Zwanzig Jahre ist das her, die Töchter sind inzwischen
erwachsen, leben aber nach wie vor bei den Eltern in Germaringen. Wenn
der Vater sonntags im Garten seines Reihenhauses die Ferrari-Flagge hisst,
die Mutter mit ihren Töchtern die Kaffee-Tafel deckt, mit Blick auf
die Ernst-Mosch-Villa gegenüber und die vom Fön freigewehten
allgäuischen Voralpen, dann scheint die Idylle perfekt. Vater Friedhelms Selbstbild als freier Unternehmer differiert erheblich von den Realitäten des Alltags, in dem der Familienunterhalt weitgehend vom Verdienst der Töchter bestritten wird. Brav liefern sie ihre gesamten Einnahmen zu Hause ab. Aber mit 21 Jahren möchten sie nun langsam ihre eignen Wege gehen, doch dann könnte das finanzielle Kartenhaus der Familie zusammenbrechen. Andrea hat sich für eine Aupair-Stelle in den USA beworben. Birgit plant, mit ihrem Freund nach Frankfurt zu ziehen. Noch hält sie die Sorge des Vaters, dass dann ihr Geburtshaus verkauft werden müsste, aber die Risse in der Familie sind unübersehbar. Als beeindruckende Fallstudie erzählt die Dokumentaristin Solveig Klaßen die Geschichte einer besonderen, aber auch ganz normalen Familie. Von keiner Arbeitslosenstatistik erfasst, von keiner Börsenkurve mitgerissen, lässt sich der materielle Überlebenskampf, die alltägliche Angst vor dem sozialen Abstieg und die damit verbundene Verdrängung und Selbsttäuschung erfahren. Kritisch, aber auch liebevoll, anrührend und nicht selten komisch dokumentiert Solveig Klaßen die Ablösung der patriarchalen Mittelstandsfamilie. Sie selbst gehört halb zur Familie - als fünfte Tochter des "Viermädelhauses". Genaugenommen ist sie die erste, die älteste, doch ihr Vater ließ sich scheiden und gründete mit Evi seine neue Familie, der die Zwillinge entsprangen. Solveig wuchs bei ihrer Mutter in München auf, spielte in den Sommerferien Babysitterin für ihre vier Halbschwestern, und ging früh ihre eigenen Wege. Als Filmemacherin kehrt sie zurück. Natürlich
reibt sie sich am Vater, der monolitisch, unbeweglich bis zur Ignoranz
den Felsen in der Brandung der Weltwirtschaftslage spielt und die Erosionen
um sich herum zu verdrängen sucht. Den eigentlichen Zusammenhalt
der Familie entdeckt sie bei seiner Ehefrau und ihren vier Töchtern,
die allen Widrigkeiten zum Trotz ihre Lebensfreude nicht verloren haben. |
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